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28 Mrz 2016

Bishamon und Benzaiten

Bishamon und Benzaiten sind zwei der sieben Glücksgötter und die Hauptfiguren in diesem Projekt, welches beide Arme und die Brust umfassen sollte. Alles von vorherein durchdacht, entworfen, angepasst und in einem Guss tätowiert bitte. Eine Aufgabe wie bei einem spätmittelalterlichen Altarprogramm…

Die Vorarbeit war immens. Nach umfangreicher Recherche der Ikonografie -nicht anhand von Tätowierungen, sondern Malerei und Skulptur-, nach mehrfacher Rücksprache mit dem Träger und unter Berücksichtigung bestimmter Regeln asiatische Tätowierungen betreffend enstand aus unzähligen Skizzen das Programm. Die größte Schwierigkeit bestand in der stimmigen Komposition der Elemente am Körper, denn sie folgen der natürlichen Erscheinung. Demnach darf Wasser nicht höher als Erde oder Luft liegen, hier war nun eine Lösung für Wasser (rechter Arm mit Benzaiten) und Erde/Luft (linker Arm mit Bishamon) erforderlich, denn beide Arme sitzen nunmal ziemlich parallel am Körper.
Also keine horizontale Grenzlinie, sondern eine schräg/bewegt gedachte Wechselzone der Elemente quer über den Körper, an die sich mögliche weitere Tätowierungen in ihrer Platzierung dann halten sollten: Unterhalb der rechten Achsel bzw. des rechten Ellenbogens bis zum linken Handgelenk Wasser, den Rumpf sozusagen schräg umschwappt.

Der Bishamon-Sleeve zeigt ihn als Schutzgott oberhalb einer felsigen Landschaft mit Pagoden, über die Kraniche (noch ein wenig Extraglück und langes Leben) fliegen.

Reinzeichnung für das Stencil.

Es sollte ja kein Bruch zwischen Brust und Armen entstehen, daher entschieden wir uns den Tengu auf die linke Brust zu setzen, denn auch der Tengu ist als fliegendes Wesen mit Bergen (Erde) und Bishamon konnotiert. Üblicherweise wird eigentlich in traditionellen Asiatattoos eine andere Darstellung gewählt, die sich an den roten Männerköpfen mit langen Nasen der Kabuki-Masken orientiert und den Schwerpunkt auf andere Charaktereigenschaften setzt. Wir wollten aber beide lieber einen Karasu-Tengu.

Auf die rechte Brusthälfte als Übergang kam der (Alb-)Traumfresser, ein fröhlicher Baku, von dessen Zeichnung ich kein Foto finden kann. Und der rechte Arm mit Benzaiten, die im Wasser steht, begleitet von Fröschen und Münzen. Die haben wir als Mash-Up zwischen Kaeru und der Geldkröte/Geldfrosch gewählt, auf dass sie immer für eine wohlbehaltene Heimkehr und Wohlstand sorgen mögen :)

Manch einer mag sich über diese Darstellung der Benzaiten wundern: Auch sie sieht normalerweise in Tätowierungen anders aus, ja. Das liegt daran, dass sich der Träger ganz besonders in eine Sarasvati-Statue verliebt hatte, die in den Entwurf eingeflossen ist. Deshalb hat sie auch keine Biwa, sondern eine Vina und vier Arme.

Im Mai 2014 fiel der Startschuss








Die war der Stand zum Jahreswechsel 14/15

Und weiter in 2015 bis zur Fertigstellung im Juli











Im Dezember dann die Verheilt-Fotos. Vielen Dank für den erneuten Besuch!