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17 Feb 2012

Statusbericht

Was letztes Jahr um diese Zeit mit Staub, Lärm und Verletzungen – nämlich der Renovierung des Studios – seinen Anfang nahm, setzte sich über alle Aspekte erstreckt fort. Nicht nur das Äußere, sondern auch das Innere wird renoviert und verbessert, nur ist das nicht so augenfällig wie z.B. eine neue Fassade und führte zu einigen Verwirrungen. Daher wollen wir das mal erklären:

1. Es werden für mich nur noch Aufträge angenommen, deren Gesamtaufwand mit Zeichnen und Tätowieren wenigstens drei Stunden beanspruchen.

Es ist nicht so, dass ich etwas gegen kleine Tätowierungen hätte. Und es ist auch nicht so, dass ich mir zu fein dafür bin oder irgendetwas anderes, was mir in den letzten Wochen als Reaktion auf die 3-Stunden-Mindestbuchung vorgeworfen wurde. Ich habe nichts gegen kleine oder schlichte Tattoos, sonst hätte ich sie selbst nicht auch so lange gemacht (zwanzig Jahre ist lange).
Die Gründe für meinen Entschluss liegen woanders:
Wenn nun ein Tag mit mehreren kurzen Terminen belegt war, dann waren die Terminslots genau aufeinander abgestimmt: Also nicht nur die zu erwartende Zeit zum Tätowieren plus etwas Puffer, falls der Kunde etwas mehr Pausenbedarf hat, sondern auch die dazugehörige Vor- und Nachbereitung des Arbeitsplatzes. Wenn dann aber etwas außerhalb meiner Macht geschah, was den Ablauf störte (zu spät/zu früh kommende Kunden), dann ging eine Kettenreaktion los, unter der Kunden die gar nichts dafür konnten und ich selbst leiden mussten. Das will ich nicht mehr. Mit der Begrenzung auf maximal zwei Termine pro Tag ist das Problem behoben.

2. Es werden nur noch Aufträge von Leuten angenommen, die sich uns ausgesucht haben.

Also Leute, die meine Handschrift mögen und Bock haben, mit uns zu arbeiten. Zu den Leuten, denen es egal ist wer es macht und die mit einem Googlebild Preisvergleichstouren durch die Studios machen: Dass es diese Herangehensweise gibt ist für mich ok, Menschen sind verschieden. Die ausschlaggebenden Kriterien sind für Euch Preis und möglichst wenig Fragen. Das entspricht aber nicht mir oder meiner Arbeitsweise. Ihr würdet die Arbeit mit mir als anstrengend und zu teuer empfinden, einfach weil Eure Prioritäten anders liegen. Von daher bin ich da nicht der passende Tätowierer für Euch, denn eine Tätowierung zu bekommen sollte nämlich meiner Meinung nach alles in allem eine positive Erfahrung sein. Auch für Euch.

3. Sachen, bei denen entweder Steffi oder ich ein schlechtes Bauchgefühl haben, werden nach wie vor abgelehnt, auch wenn  1 und 2 zutrifft.

Es gibt viele Gründe für eine Ablehnung: Es kann sein, dass gesundheitlich/medizinische Risiken vorliegen, die wir nicht eingehen wollen, weil entweder das Tattoo oder gar die Gesundheit darunter leiden könnte.
Es kann am gewünschten Motiv liegen, ich bin nicht bei allen Motiven gleichermaßen fähig alles zu geben und bestimmte Sachen will ich auch nicht machen.
Manchmal passt man auch einfach menschlich nicht zusammen, schließlich muss man ja je nach Projekt viele Stunden miteinander verbringen? wenn die Weltanschauungen sehr weit auseinander liegen, dann würde sicher nicht das bestmögliche Tattoo dabei herauskommen.
Eine Absage kann auch an für den jeweiligen Wunsch zu rigorosen Beschränkungen in Gestaltungsspielraum, Budget oder Fläche liegen. Oder es kann am gewünschten Stil oder von mir verlangten Verbiegungen meiner Handschrift liegen. Aber falls was-auch-immer davon zutreffen mag: Wir sagen es.
Es ist nicht gut innerlich grollend etwas zu erschaffen, was einem anderen Menschen ein Leben lang bleibt. Das würde ich als Kunde nicht wollen, wenn ich selbst zum Tätowierer gehe und genausowenig will ich das für die Menschen, die sich an uns wenden. Ob ich sie nun tätowiere oder nicht.
Alles zusammen führt dazu, dass das Ausufern der Wartezeiten eingedämmt wird. Die alternativen Methoden wie kompletten Terminannahmestop oder quartalsweise Terminvergabetage hielten wir für weniger geeignet, da dadurch die Möglichkeit sich unkompliziert beraten zu lassen und die lückenlose Fortsetzung bereits laufender Projekte behindert würden.
Danke für’s Lesen,
Denis