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05 Aug 2012

Sonne, gebräunte Haut und Tätowierungen: Teil 4, Langzeitpflege und Erhalt

Was kann ich also selbst für den optimalen Langzeiterhalt meiner Tattoos tun?
Die Antwort ahnen Sie sicher schon: Vor der Sonne schützen.
Dafür gibt es zwei Wege, die sich auch gut miteinander kombinieren lassen:

1. Nicht bei jeder Gelegenheit blank ziehen.

Klar, Sie sind stolz auf Ihre Tätowierungen. Und klar, es ist eine Art Schmuck, und Schmuck soll gesehen werden.
Ist das aber bei jeder sich bietenden Gelegenheit in Ihrer Freizeit, z.B. beim Gang zum Bäcker notwendig? Ist es notwendig, dass beim Autofahren das Fenster offen sein muss, wenn der linke Arm tätowiert ist?
Sie sind der gleiche Mensch, ob man Ihre Tätowierungen sieht oder nicht.  

Als Frau hat man eine große Auswahl auch an sommertauglicher Kleidung, ohne dass man bei warmen Temperaturen wie der Weihnachtsmann aussehen muss:
Luftige lange Röcke und Hosen. Dünne Jacken, Longsleeves oder Oberteile mit Flatter/Federmausärmeln.
Wenn ich ein alltags- und tattooschutztaugliches Kleidungsstück entdecke, dann kaufe ich auch gerne direkt mehrere Exemplare davon. Man weiß ja nie, ob es gerade das angenehme Gewebe oder den schönen+praktischen Schnitt in der nächsten Saison auch noch gibt? Draußen dann Ärmel lang, und sobalb ich mein Ziel in geschlossenen Räumen erreicht habe: Ärmel hoch oder Jacke ausziehen.
Männer sind in ihrer Auswahl leider etwas eingeschränkter, da gibt es meistens nur lange Hosen, Longsleeves und Jacken, in denen man schnell zu warm angezogen ist.
 
Allgemein sind dunkle Stoffe besser als helle Stoffe, weil je heller der Stoff, umso mehr UV geht durch. Es gibt spezielle UV-Schutzkleidung, nur leider ist die meistens ziemlich häßlich. Der Sportbedarf bietet aber auch unauffällige und dabei sogar angenehm tragbare Alternativen:
 
Shirts mit kurzem und langem Arm, Armlinge und Beinlinge.
Wie bei allen Dingen gibt es dort unterschiedliche Qualitäten und Preisklassen, ich würde Ihnen empfehlen das Stück der Wahl in einem Fachgeschäft anzuprobieren und direkt auf die Funktion zu achten, für den Sommer ist natürlich ein die Körpertemperatur regulierendes Gewebe von Vorteil. Das fühlt sich beim normalen Gehen wie eine leichte, kühlende Brise an. Für die Menschen unter Ihnen, deren Tätowierungen unter weißer Berufskleidung unerwünscht durchscheinen, kann so etwas in Weiß auch eine Lösung sein, ohne dass Sie bei der Arbeit zerfließen müssen.
 

2. Sonnenschutzmittel nicht nur kaufen, sondern auch nutzen.

Der Lichtschutzfaktor, der groß auf der Flasche abgedruckt ist, bezeichnet nur den UV-B-Schutz. Bitte lesen Sie beim Kauf das Kleingedruckte, irgendwo sollte sowas wie “ausgeglichener UVB/UVA-Schutz stehen”.
Wenn nichts weiter draufsteht, dann gehen Sie davon aus, dass der Schutz vor UV-A (das sind die langen Wellen, die tiefer eindringen) etwa nur ein Drittel der angebenen Zahl beträgt.  
Bestimmen Sie Ihren Hauttyp und überschlagen Sie mit dem Lichtschutzfaktor Ihre maximale Sonnenzeit:
Ihre Eigenschutzzeit in Minuten mal Lichtschutzfaktor gibt Ihnen einen groben Richtwert.
Wenn Sie z.B. Hauttyp 2 mit einer Eigenschutzzeit von 15 (+-5) Minuten sind, und ein Produkt mit Lichtschutzfaktor 20 benutzen,
dann ist 15×20=300 Minuten, also 5 Stunden Ihre maximale Sonnenzeit.
Ganz so einfach ist es natürlich nicht, der jeweilige UV-Index des Tages spielt da auch noch rein, aber zur Orientierung reicht das.
Mal angenommen der Hauttyp 2 cremt sich morgens mit LSF20 ein, dann ist der Schutz nach dem Mittagessen vorbei und kann auch nicht durch nachcremen verlängert werden. Um geschützt über den ganzen Tag zu kommen hilft da nur schon morgens zu einem höheren LSF zu greifen: 15×50=750 Minuten.
 

3. Nur optisch und optional

Körperbehaarung und trockene oder schuppige Haut lassen Tattoos matter und verschwommener aussehen, als sie tatsächlich sind. Mit einer Rasur und Feuchtigkeitsplege ab und an, in Gelenkregionen vielleicht mal einem Peeling, bekommen Sie klare Sicht auf Ihre Tätowierungen.
Rasieren und Hautpflege sind reine Geschmacksache,
Sonnenschutz durch Kleidung oder Cremes sollte aber jedem, der Wert auf klare Linien und Farberhalt legt, zur Gewohnheit werden.
 
Die anderen Teile der Serie
Teil 1: Was passiert bei frischen Tätowierungen in Kontakt mit UV-Strahlung?
Teil 2: Was passiert bei verheilten Tattoos in Kontakt mit UV-Strahlung?
Teil 3a: Ist Bräunung VOR dem Tattootermin ok?
Teil 3b: Dunklere Hauttypen